Turkmenistan - Velo-Traumreise

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Turkmenistan

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Turkmenistan


Turkmenistan ist ein Viertel größer als Deutschland, hat aber nur 7 Millionen Einwohner.
Das Land, das 1894 von Russland annektiert wurde, war das südlichste Gebiet der
Sowjetunion. 1991 erlangte es die Unabhängigkeit. Ein gewisser Saparmyrat Nyyazow,
der bis dahin die kommunistische Partei führte, wurde erster Staats- und Regierungschef.
Geboren wurde er 1940, sein Vater war im Krieg gefallen, Mutter und Bruder
hatte er bei einem Erdbeben verloren. Er wurde erst Elektroingenieur, machte dann
aber schnell Karriere in der turkmenischen und sowjetischen kommunistischen Partei.
Gorbatschow förderte ihn gewaltig. Im Oktober 1990 ließ sich Nyyazow – als einziger
Kandidat – zum Präsidenten wählen. Er nannte sich fortan Turkmenbashi (Vater aller
Turkmenen) und trieb einen Personenkult, der seinesgleichen sucht. Selbst Stalin und
Mao hätten von Turkmenbashi noch viel lernen können. Turkmenbashi verstarb im
Dezember 2006. Nachfolger wurde Gurbanguly Berdimuhamedow, nachdem er alle
innenpolitischen Rivalen verhaften ließ. Auch er kämpft mit seinem Staat mit Nordkorea
und Eritrea verbissen um den Titel des repressivsten Staates weltweit.
Das Land, oder besser dessen Regierung, gilt als ausgesprochen xenophob, allem
Fremden gegenüber feindlich eingestellt. Fremde lassen sich eben schwerer überwachen
und in den Kerker stecken. Ein Einreisevisum erhält nur, wer sich in die Obhut
eines heimischen Veranstalters begibt, der sämtliche Unterkünfte vorbucht und einen
einheimischen Führer/Aufpasser stellt. Die Reiseroute sollte bereits acht Wochen vor
Einreise vorliegen und muss genehmigt werden. Die genehmigte Route darf dann nicht
mehr verändert werden. Mit einem Transitvisum ist man dagegen befugt, sich frei im
Land zu bewegen. Allerdings bekommt man dieses in der Regel nur für 5 Tage
(vier Nächte), was für Radfahrer zu gewaltigen Anstrengungen führen kann. Zudem
müssen die Visa für die Länder, aus denen man einreist bzw. in welche man weiterreisen
möchte, bereits vorliegen. Die Ein- und Ausreisedaten müssen exakt eingehalten
werden.
Das Internet ist meist blockiert. Sollte dies ausnahmsweise einmal nicht der Fall sein,
ist es derart langsam, dass die Aufpasser mitlesen können.
Für unsere Mobiltelefone gibt es kein Roaming In, auch keinen SMS-Dienst ins
Ausland. Alle abgehenden sonstigen Telefonate ins Ausland werden abgehört.
Die Währung heißt Manat und es existiert kein Schwarzmarkt mehr – auch wenn es in
vielen Reiseführern anders zu lesen ist.
Die Karakum Wüste macht 90 % des Landes aus. Es gibt wenig Landwirtschaft, dafür
aber riesige Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Wegen des Energiehungers der Welt
hört man selbst von den Regierungen westlicher Länder kaum ein Wort zu den
zahlreichen und brutalen Menschenrechtsverletzungen in Turkmenistan. Laut Human
Rights Watch ist die Gewalt gegen Menschenrechtler dermaßen groß, dass keine
Menschenrechtsbewegung mehr existiert. Nach einer Liste von Reportern ohne Grenzen
liegt das Land an drittletzter Stelle nur knapp vor Eritrea und Nordkorea. Dennoch
besuchen immer wieder auch deutsche Politiker dieses Land und empfangen dessen
Politiker in Deutschland. Es gibt wenige Straßen. Manche sind in passablem Zustand,
viele eine Zumutung. Der Verkehr ist gering, die Fahrweise angenehm.
In Ashgabat kann man fast alles einkaufen. Selbst Schweinefleisch und Würste aus
Russland. Im Rest des Landes ist das Warenangebot eher dürftig. Wodka und Bier
machen da eine Ausnahme. Die gibt es überall und in Mengen, und so werden sie
auch konsumiert.
Wegen der allgegenwärtigen Staatsmacht ein sehr sicheres Reiseland!

(aus dem Buch: Die Seidenstraße erfahren)






Turkmenistan- mal anders:
   
http://rad-forum.de/topics/745451/Turkmenistan_mal_anders#Post745451




 
 
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