Iran - Velo-Traumreise

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Iran

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Der Iran


Der Iran war so ganz anders, als wir es erwartet hatten!
Sicher, die Menschenrechte werden dort mit Füßen getreten. Folter, Hinrichtungen,
ja sogar Steinigungen und Zwangsamputationen gibt es hier. Wir sind wahrlich keine
Freunde oder Unterstützer des Mullah-Regimes!
Aber der Rest der Bevölkerung ist so nett! Bildung und Kultur hatten und haben in Persien
schon immer höchsten Stellenwert. Das dekadente, westliche Internet soll nach
Willen der konservativen iranischen Geistlichkeit und der Politik zurückgedrängt werden.
Ein eigenes, muslimisches Netz soll aufgebaut werden. Viele Internetseiten sind
gesperrt. Auch das Englische, die Sprache des Erzfeindes USA, wollen die staatlichen
iranischen Stellen zurückdrängen. Die cleveren Iraner finden aber immer Wege, an die
Informationen zu kommen, die sie interessieren. Zudem gründen sie Privatschulen,
auf denen ihre Kinder lernen, was ihnen der Staat vorenthalten möchte.
Teheran soll nach Aussagen eines deutschen Studenten, den wir in Täbris treffen und
der seit einem Jahr in der iranischen Hauptstadt studiert, eine Partymetropole sein. Er
erzählt von allabendlichen, ausufernden Feiern – natürlich nur im privaten Rahmen.
Sex and Drugs and Rock’n Roll. „Kaum noch Zeit zum Studieren“, meint er. Wir konnten
es vermeiden, von diesem Moloch aufgesogen zu werden. Schön soll Teheran
nach fast einhelliger Meinung wahrlich nicht sein.
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Die im Iran akzeptierte „Ehe auf Zeit“, oder auch „Genussehe“ (Mut‘a- Ehe), ist eine
den Schiiten erlaubte „Ehe des Genusses“ und kann für einen Zeitraum von einer
halben Stunde bis zu 99 Jahren geschlossen werden. Sie wird von den jungen Leuten
weidlich ausgenutzt als die iranische Art der „wilden“ Ehe. Es handelt es sich bei
„Ehen des Genusses“ jedoch oft nur um eine im Iran mehr oder weniger geduldete
Prostitution.
Wir bekamen unsere Iran-Visa für 30 Tage sehr locker und leicht – und das gleich
zweimal! Das erste Mal innerhalb weniger Tage in München, und ein weiteres,
ungeplantes Mal in Istanbul innerhalb von wenigen Stunden. Anderswo im Ausland soll
es bei den iranischen Botschaften und Konsulaten häufig ätzend zugehen. Vor Wahlen
oder in unruhigen Zeiten werden für einen kürzeren oder längeren Zeitraum gar keine
Visa ausgestellt – schon gar nicht für radelnde Individualtouristen.
Das Essen in örtlichen Restaurants ist teuer und schlecht. Die gute iranische Küche
findet der Tourist ausnahmslos bei privaten Einladungen.
Das Land ist riesig! Fast fünf Mal größer als Deutschland, bei ähnlicher Einwohnerzahl.
Allerdings gilt mehr als die Hälfte der Fläche als Wüste. Die Straßen sind meistens o.k.,
aber weit davon entfernt, „die besten Asiens“ zu sein, wie der Fahrrad-Weltführer, die
Bibel der Fernradler, behauptet. Etwa jeden zweiten Tag wurden wir angehalten und
unsere Reisepässe kontrolliert. Meist verliefen diese Kontrollen freundlich. Nur zweimal
ärgerten wir uns gegenseitig!
Das Sortiment der Läden ist deutlich geringer als in der Türkei, aber viel reicher als in
den folgenden zentralasiatischen Staaten.
Die Menschen und ihre Gastfreundschaft sind grandios. Wir hätten sicherlich ohne
einen Euro in der Tasche den Iran bereisen können und dabei jeden Tag satt in
ein spontan bereitgestelltes Bett sinken können. So groß ist die Gastfreundlichkeit.
Allerdings ist für weibliche Besucher eine gewisse Vorsicht angeraten. Die Berichte in
den lokalen Medien über die westliche Dekadenz und Sittenlosigkeit ermuntern einige
iranische Männer zu handgreiflichen Annäherungen – übrigens nicht nur bei Frauen,
mitunter auch bei Männern.
Der Iran ist ein Land der Biertrinker. Es gibt unzählige Sorten in vielen Geschmacksrichtungen,
aber alle mit demselben Alkoholgehalt von 0 %. Der von uns getestete,
hausgemachte Wein konnte eine gewisse Ähnlichkeit zu Essig nicht verleugnen.
Die Hotels waren eher hässlich. Es gab aber auch einige wenige löbliche Ausnahmen.
Alle unsere Erfahrungen sammelten wir in nur zweieinhalb Wochen und nur im Norden
des Landes. Sie sind daher wahrlich nicht zur Verallgemeinerung geeignet.
Ziemlich sicheres Reiseland.


(aus dem Buch: Die Seidenstraße erfahren)





Iran im Mai:  http://rad-forum.de/showflat/Number/731889


radreise-wiki.de/Iran







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